Sprechen Sie Deutsch?

Carmen Radtke and I are what you might call opposites. She’s a native German-speaker who’s lived for decades in English-speaking countries, and I’m the other way around. I’ve read all her books in English, so I was really interested to hear she was planning to translate one of them into German herself. Today, she’s here to tell us – in German – about the pitfalls of translating your own books.

(English speakers, why not have a go with your school German? You might be surprised. But just in case your German isn’t up to it, you can copy the article and paste it HERE for a useful, if not perfect, translation.)

Over to Carmen:

Wenn einem glatt die Worte fehlen

„Niemand kennst seine eigenen Werke besser als der Autor.“ Wie oft habe ich das gehört oder gesagt?

Genau. Häufig genug, um darauf reinzufallen. In Kombination mit Nachfragen, wann es denn endlich mal wieder ein Buch auf Deutsch von mir gibt, ist es kein Wunder, dass ich eines Morgens mit der Idee aufwachte, „The Case of the Missing Bride“ in meine Muttersprache zu übersetzen.

Doch wer wie ich seit Jahren im Ausland lebt und sich zudem ein Manuskript vornimmt, dass ebenfalls schon einige Jahre auf dem Buckel hat, stößt auf unerwartete Hindernisse.

Der Anfang war noch einfach.

Aber während literarische Übersetzer (Diamanten in einem Kohlehaufen!) ein Buch nehmen, sich in die Welt vertiefen und das beste daraus machen, überkamen mich Zweifel, was ich mit der plötzlichen dichterischen Freiheit anfangen sollte. Ändern, was mir im Nachhinein verbesserungswürdig erschien? Hm. Und was hatte ich mir urprünglich bei diesem Satz und jenem Begriff gedacht? Viel schlimmer, Wie heißt das überhaupt auf Deutsch?

Was so simpel erschien, ließ mir auf einmal graue Haare wachsen. Ein Wörterbuch – fast vergessen, aus meinen Journalistentagen – wurde mein neuer bester Freund.

Statt auf Englisch vor mich hinzufluchen oder mit den Charakteren zu hadern, die sich selbst beim Übersetzen noch genauso widerspenstig zeigten, wie beim Schreiben des Originals, schimpfte ich mittlerweile auf Deutsch mit ihnen. Und wie durch ein Wunder flossen die Worte wieder.

Eine Geschichte, die in Australien beginnt, auf hoher See spielt, in Neuseeland geschrieben wurde (wie es sich am schönsten Ende der Welt lebt, ist in Kiwi & Co. nachzulesen) und ursprünglich von einem englischen Verlag herausgegeben wurde, führte eine Gruppe von importierten Bräuten in ein ungewisses Schicksal und mich zurück zu meinen Ursprüngen. Selbst wenn mir manchmal die Worte fehlten.

Aber das geht mir seit geraumer Zeit so. Neuseeländisches Englisch hat in der Umgangssprache seine Eigenarten, genau wie die australische Variante oder die amerikanische. Wo ein Brite ein Auto verkauft (to flog a car), treten uns am anderen Ende der Welt die Augen aus den Höhlen, weil die gleiche Redewendung Down Under einen Diebstahl bezeichnet. Zu Zeiten meiner Bräute hätten wir „nur“ Auspeitschen damit in Verbindung gebracht.

The book with its original English cover image.

Am allerschönsten war beim Übersetzen das Wiederentdecken deutscher Sprachjuwelen. Unsere Worte möglich lang und die Sätze kompliziert sein, aber dafür haben sie ihren eigenen Charme. Curt Goetz, der gesagt hat, „Die schwierigste Turnübung ist noch immer die, sich selbst auf den Arm zu nehmen.“ Friedrich Nietzsches „Man vergisst nicht, wenn man vergessen will“ (umgekehrt stimmt es übrigens auch – ich habe glatte fünf Wochen gebraucht, um den Begriff Radkappen wiederzufinden und mich solange mit „die Dinger da“ begnügt), und Erich Kästners „Aus den Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen“ sind aus gutem Grund geflügelte Worte. Obwohl letzterer es einfach hatte. Er hat nie selbst übersetzt.

Das ist etwas, was ich nie wieder machen werde. Es sei denn, dass neue Nachfragen kommen. Schließlich kennt niemand meine Werke besser als ich. Wie lautet noch gleich das deutsche Wort für „pack train“?

Thank you, Carmen! I can identify with occasionally searching for words in my own language…

Here’s the translated version of The Case of the Missing Bride. (Click the images of the books to see them on Amazon.)

The German translation

Es soll die Reise in ein besseres Leben werden ….

1862. Zielhafen Eheglück: Eine Gruppe junger Frauen sticht in Australien in See, um in Kanada mit wohlhabenden Goldschürfern verheiratet zu werden. Als eine der Bräute nach einer stürmischen Nacht verschwunden ist, glauben alle an einen Unglücksfall. Alle, bis auf Alyssa Chalmers. Sie ist überzeugt, dass ein Verbrechen geschehen ist und setzt alles daran, die Wahrheit heraus zu finden. Aber steckt noch mehr hinter dieser gefahrvollen Reise steckt, als Alyssa ahnt?

You can find out more about Carmen and her books on Facebook, Twitter, and Amazon.

And we’ll finish off with those kangaroos the brides would never see again, once they left Australia…

 

 

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10 Responses to Sprechen Sie Deutsch?

  1. Fascinating. Thank you both!

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  2. Ha, Carmen, ich kann es dir nachfühlen. I know what you mean! I’m originally from the German part of Switzerland but have lived for many years in California. I write my novels in English, but I’m also a professional translator from English to German, however, mainly for technical, software- and computer-related texts.
    Yet, I decided to translate two of my English novels into German and what a chore that was!! Not only was I struggling with Swiss-German versus standard German in dialogue–it was mainly the way everyday people speak German that I had forgotten (or with my Swiss vernacular never even mastered properly). Fortunately, I realized early on that I needed a native German speaking editor who then helped me whip the books into “proper” German.
    The task of translating my English books into German was very educational and eye-opening.
    Anyway, congratulations to you for taking on this task!

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    • lindahuber says:

      Hi Christa – I gave up on ever speaking ‘proper’ German a long time ago… I have no problems reading it or watching TV, but my ‘German’ is 99% Swiss. Take care – I hope we’ll see you in Zürich next year.

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  3. A really enjoyable interview. Australian, I have always thought of ‘flog’ in the sense you describe as ‘sell really cheaply’. I will need to do some asking around. As for the translating – I have long desired to have a French translated version of my book, set in France. Many have suggested that I do this myself but for all the reasons that you describe – including wanting to improve the original as you go – I am reticent. A compromise might be doing just a few chapters but that thought always gives way to other priorities.

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    • lindahuber says:

      I know what you mean – I have dual nationality and have lived in Switzerland for over thirty years. I would love German versions of my books, but no luck so far, and my German is much too ‘Swiss’ to translate them myself. I do have a trade French version of one book (which I can’t read because I don’t speak enough French) but a German edition would be amazing. Good luck with yours!

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  4. intrepid8 says:

    Very helpful advice. I just wrote my own short article in German on my website. (It might be stiff and wooden but hey I tried!).

    Thanks for sharing.

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